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Umweltrecht beinhaltet alle Rechtsnormen, die den Schutz und die Erhaltung sowie die Funktionsfähigkeit der Natur und der Ökosysteme betreffen. Es ist in vielen Gesetzen und Vorschriften verankert, die dem Umweltschutz dienen. Schädliche Umweltbeeinträchtigungen sollen vermieden werden, deshalb gibt es beispielsweise auch das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung und das Raumordnungsgesetz, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese beiden Beispiele gehören zu dem allgemeinen Umweltverwaltungsrecht.

Immissionsschutz, Abfallwirtschaft, Gewässerschutz, Chemikalienrecht, Schutz vor gefährlichen Stoffen (GHS), Gefahrstoffverordnung und die Anforderungen an Gefährdungsbeurteilungen gehören zu dem besonderen Umweltverwaltungsrecht. Diese Gesetze und Verordnungen finden in der täglichen Praxis überwiegend Anwendung. Wirtschaftliche Abläufe werden vom Umweltrecht stark beeinflusst, Produktions- und Vertriebsabläufe müssen häufig den gesetzlichen Vorgaben angepasst werden.

Das Umweltrecht hat verschiedene Funktionen, es dient zum Beispiel der Sicherung von Leben und Gesundheit der Menschen. So ist der Schutz vor schädlichen Einwirkungen durch gefährliche Stoffe im Chemikaliengesetz geregelt. Das Bundesnaturschutzgesetz setzt sich im Umweltrecht für die Erholung des Menschen in der Natur ein. Danach ist die Landschaft als Erlebnis- und Erholungsraum zu erhalten und sichern.

Grundlegende Prinzipien gelten als tragende Grundsätze im Umweltrecht. So zielt das Vorsorgeprinzip darauf ab, durch präventive Maßnahmen potentielle Umweltbelastungen möglichst vor ihrer Entstehung anzuwenden. Geeignete Maßnahmen wären Vorbeugung gegen bestimmte Risiken und sorgfältiger Umgang mit natürlichen Rohstoffen.

Das Verursacherprinzip zielt darauf ab, den Verursacher zur Verantwortung zu ziehen. Dabei geht es um die Beseitigung von Schäden und die Kostentragungspflicht. Kann das Verursacherprinzip nicht zur Anwendung kommen, weil der Verursacher nicht ausfindig zu machen ist, werden die Kosten für die Beseitigung von Schäden der Allgemeinheit auferlegt. Die Allgemeinheit ist in diesem Fall der Steuerzahler.

Bei dem Kooperationsprinzip handelt es sich mehr oder weniger um einen Verfahrensgrundsatz. Bei der Durchsetzung von rechtlichen Bestimmungen sollte im Vorfeld immer versucht werden zu kooperieren. Das kann beispielsweise eine Anhörung der Beteiligten sein oder die freiwillige Teilnahme von Unternehmen an Umwelt- Audit- Verfahren. Mitunter werden durch derartige Methoden bessere Ergebnisse erzielt, als wenn sofort mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.

Das Nachhaltigkeitsprinzip oder der Grundsatz der Nachhaltigkeit bestimmen, dass knappe Umweltressourcen grundsätzlich nur im Umfang ihrer Regenerationsfähigkeit genutzt werden dürfen.

Des Weiteren gibt es eine ganze Reihe weiterer Prinzipien für den Umweltschutz oder dessen Teilbereiche. Dazu gehören das Gemeinlastprinzip, das Bestandsschutzprinzip (Verschlechterungsgebot), das Schutzprinzip (ergänzend das Gebot "in dubio pro securitate"), das Prinzip der kontrollierten Eigenverantwortlichkeit und das Prinzip des grenzüberschreitenden Umweltschutzes.

Die Umweltplanung gehört zur vorsorgenden Umweltpolitik. Umweltfreundliche Regelungen werden in Fachplanungen so konzipiert, dass sie Landschaft und Natur schützen. Wichtige Ziele werden mit Hilfe von politischen Instrumenten verwirklicht. Ein sehr wichtiges Instrument ist das Planungsinstrument. Aber auch Umweltmanagement und Umwelt-Betriebsprüfung gehören zu den ökonomischen Instrumenten im Umweltschutz. Betriebe sollen Anreize erhalten nach umweltfreundlichen Aspekten zu arbeiten, ohne ständig die dazu gesetzliche Verpflichtung vor Augen zu haben. Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass gerade auf diesem Gebiet ein sehr großes Potential besteht.