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Spricht man von einer Umweltzone, so meint man ein Gebiet, in welchem bestimmte Abgasnormen für Fahrzeuge eingehalten werden müssen. Fahrzeuge mit zu hohen Emissionen dürfen die Gebiete in der Regel nicht befahren. Die Notwendigkeit für die Errichtung einer Umweltzone in Berlich ergab sich aufgrund der teilweise sehr hohen Überschreitung der Grenzwerte in Berlins Innenstadtbezirken. Die Grenzwertüberschreitungen in der Umweltzone konnten schon um ein Viertel reduziert werden, außerdem wurden auch angrenzende Wohngebiete entlastet.

In Berlin umfasst die Umweltzone beispielsweise den gesamten Innenstadtbereich innerhalb des S-Bahnringes. In dem dicht umbauten Gebiet leben cirka eine Million der 3,4 Millionen Berliner, es umfasst eine Fläche von ungefähr 88 Quadratkilometern. Da der Berliner Autobahnring als Umfahrung für die Umweltzone dient, wurde der südliche Teil der Stadtautobahn trotz seiner Lage innerhalb des S-Bahnringes aus der Zone ausgenommen.

Verkehrsschilder weisen auf den Beginn und das Ende der jeweiligen Umweltzone hin. Es gibt verschiedene Zonen, welche ausschließlich von Fahrzeugen mit roter, gelber und grüner Plakette befahren werden dürfen.

Eingeführt wurde die Umweltzone in Berlin im Jahr 2008 mit roten, gelben und grünen Umweltplaketten. Seit Januar 2010 gelten verschärfte Regeln, rote und gelbe Plaketten wurden für ungültig erklärt. Für gewerblich genutzte Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 3 gibt es Ausnahmeregelungen, sofern diese Fahrzeuge nicht nachrüstbar sind. Betroffene Fahrzeughalter können sich durch den TÜV oder die DEKRA kostenpflichtige Bescheinigungen ausstellen lassen. Die Bescheinigungen sind ein Jahr gültig, die Kosten liegen im Durchschnitt bei 50 Euro.

Für nicht nachrüstbare Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 2 gibt es auch gebührenpflichtige Ausnahmegenehmigungen. Die Kosten errechnen sich aus dem wirtschaftlichen Nutzen und dem Verwaltungsaufwand, Anträge sind bei einem Berliner Bezirksamt zu stellen.

Ganz ausgenommen von der Umweltplakettenpflicht sind beispielsweise Krankenwagen, Arztwagen mit entsprechender Kennzeichnung, Kraftfahrzeuge, mit denen Personen fahren oder gefahren werden, die einen Schwerbehindertenausweis mit den entsprechenden Merkzeichen besitzen. Außerdem sind Fahrzeuge mit Sonderrechten nach § 35 StVO von der Plakettenpflicht ausgenommen. Dazu gehören zum Beispiel Bundeswehr, Bundespolizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei und Rettungsdienst.

Umweltplaketten können in den Zulassungsstellen oder beim TÜV und der DEKRA erworben werden. Auch zur Ausgabe der Plaketten berechtigt sind die ungefähr 800 Innungswerkstätten. Touristen können die Plaketten an allen vorhandenen Ausgabestellen erhalten. Da die Plaketten bundesweit gelten, können Besucher aus anderen Städten ihre Plakette verwenden, sofern bereits vorhanden.
Die Kosten für eine Plakette belaufen sich auf 5 Euro, wenn sie bei einer Zulassungsstelle erworben wird. Privatwirtschaftliche Ausgabestellen können ihre Preise frei gestalten.

Detaillierte Informationen zur Umweltzone in Berlin erhält man bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz.